Von Nick Faldo kann man lernen, wie ein guter Golfschwung aussieht, aber auch, weshalb Verneinungen oft das Gegenteil bewirken. Schauen Sie sich einfach mal dieses Youtube-Video an. Faldo vermeidet bewusst Selbstgespräche wie „Nicht in den Teich schlagen!“ oder „Bloß nicht die Bäume treffen!“.
Weshalb? Unser Gehirn lässt das alles entscheidende Wort „nicht“ durch ein Sieb fallen Was bleibt, sind Gedanken, die um die Hauptwörter „Teich“ oder „Bäume“ kreisen. Und schon landet die Pille als Fischfutter im Teich oder rasiert die Bäume am Fairway-Rand. So ein Mist! Alles schon zigfach selbst erlebt …
Deshalb: Vermeiden Sie in Ihren Mailings Verneinungen und treffen Sie ausschließlich positive Aussagen. Faldo sagt sich zum Beispiel: „Ich spiele jetzt einfach einen geraden Ball etwa 170 Meter weit in die Mitte des Fairways.“ Und siehe da: Die Pille fliegt wie an der Schnur gezogen bolzgerade und weit genug am Teich vorbei.
Denken Sie immer an Nick Faldo: Auf dem Golfplatz und beim Texten – oder Sie engagieren gleich einen Golflehrer oder Profi-Texter zur Unterstützung.
3.11.09
Do not drive to Bangkok! Warum Verneinungen gefährlich sind
23.10.09
Qualität setzt sich auch in der Krise durch
Ob es den Zeitungsverlagen gut oder nicht ganz so gut geht, ist Auslegungssache. Tatsache sind einerseits sinkende Auflagenzahlen, wie der Deutsche Journalistenverband (DJV) in den DJV-News mitteilt. Demnach hat es im dritten Quartal 2009 vor allem die Regionalzeitungen besonders getroffen. Positiv verläuft dagegen die Auflagenentwicklung bei den Sonntags- und Wochenzeitungen: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (plus 3,3 Prozent) und die liberale ZEIT aus Hamburg (plus 4,2 Prozent) legen deutlich zu. Wie man auch zur politischen Ausrichtung dieser beiden Blätter stehen mag, so verbindet sie doch ein wesentliches Merkmal, nämlich Journalismus auf verlässlich hohem Niveau. Ob es vielleicht doch einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung gibt?
22.10.09
Auf zur Suche nach dem Unwort des Jahres 2009
Die sprachkritische Aktion Unwort des Jahres sucht ihren Favoriten für das Jahr 2009. In der Pressemitteilung der Aktion heißt es:
Gesucht werden sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation, die 2009 besonders negativ aufgefallen sind, weil sie sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Dabei kann es sich um einzelne Wörter oder Formulierungen handeln, die in der Politik oder Verwaltung, in Kulturinstitutionen oder Medien, in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik oder in einem anderen Bereich öffentlich verwendet wurden. Vorschläge können von allen Deutschsprachigen im In- und Ausland gemacht werden. Eine Quellenangabe wird erbeten.
Vorschläge am besten per Mail an: unwort@em.uni-frankfurt.de bis spätestens 11. Januar 2010.
Meine persönlichen Favoriten sind: Nebenhaushalt (statt Taschenspielertrick), Migrationshintergrund, Analogkäse, Freisetzung (anstatt Entlassung), Straßenbegleitgrün (seit wann begleiten Pflanzen?), Atommeiler (noch beschönigender als Kernkraftwerk), Systemgastronomie (statt Massenfütterung), Solidaritätszuschlag (statt Zwangsabgabe Ost), Wertberichtigungsbedarf.
Weitere Informationen: www.unwortdesjahres.org
25.8.09
Damit Ihre Botschaft in den Hirnwindungen des Lesers die Kurve bekommt
Machen Sie mal einen einfachen Test mit Ihrem Partner, Kollegen oder Freund. Bitten Sie ihn, sich ganz fest zu konzentrieren, die Augen zu schließen und fordern Sie ihn auf: „Denke JETZT nicht an einen rosaroten Elefanten auf der Überholspur der Autobahn!“ Nach zehn Sekunden fragen Sie nach, welches Bild vor seinem geistigen Auge entstanden ist. Ein rosaroter Elefant! Völlig normal, denn das kleine, aber bedeutende Wörtchen „nicht“ ist auf dem Hochgeschwindigkeitstrip durch seine Hirnwindungen irgendwo aus der Kurve geflogen. Der rosarote Elefant hat stattdessen sein Ziel erreicht. Deshalb: Vorsicht vor Verneinungen! Stattdessen: Think, speak and write positive! Dazu ein Beispiel aus dem Alltag. Wenn wir beim Einkaufen, im Restaurant oder sonstwo um einen Gefallen bitten, erhalten wir oftmals die gut gemeinte Antwort: „Kein Problem!“ Hören wir das ständig, so verfestigt sich der Eindruck, als seien wir von Problemen umzingelt. Etwas Brot zur Suppe? Kein Problem! Den Pullover auch in dunkelblau statt hellblau? Kein Problem! Ein Platz am Fenster? Kein Problem! Ein Bär in freier Wildbahn? Ja, DAS ist wirklich ein Problem. Ein Problembär nämlich! Mehr dazu siehe und höre hier: Der Problembär
17.7.09
Darf es eine Stadelhenne sein?
Wer weiß heute noch, was eine Stadelhenne ist? Weitere Merkwürdigkeiten der bayerischen Sprache, die in Vergessenheit geraten sind, hat die Bayerische Akademie der Wissenschaft in ihrem neuen Wörterbuch zur Landesgeschichte und Heimatforschung festgehalten und erläutert.
Eine launige Rezension findet sich HIER bei silicon.de
7.5.09
Bäume gefällt und fässerweise Farbe durchs Land gefahren
Mit Zeitungen verhält es sich ähnlich wie mit Rohöl: Eigentlich weiß jeder, dass es sich um Auslaufmodelle handelt, Alternativen dringend gefordert sind, aber kaum zur Kenntnis genommen werden. Erfrischend ehrliche Antworten auf die Frage nach der Zukunft des Print-Journalismus gibt John Yemma, seit 2008 verantwortlich für den Christian Science Monitor, zuvor Journalist für Politik beim Boston Globe. Im Gespräch mit Barbara Nolte für das Magazin der Süddeutschen Zeitung (veröffentlicht auch bei netzeitung.de) sieht er das Ende für die klassische Tageszeitung gekommen. Sein renommiertes Print-Produkt erscheint nur noch online - und zwar mit Erfolg, sprich steigenden Abonnentenzahlen. Auf die Frage, welche Zukunft die Tageszeitung haben werde, antwortet Yemma:
Keine große. In den mittelgroßen Städten der USA werden die Zeitungen bereits in ein, zwei Jahren ins Internet abgewandert sein – außer der Sonntagsausgabe und womöglich einem Boulevardblatt, das an der U-Bahn ausliegt. Printjournalismus macht einfach keinen Sinn: Da werden Bäume gefällt, fässerweise Farbe durchs Land gefahren, Zeitungen gedruckt, die tags darauf im Altpapier landen.
Deutlicher geht es kaum noch. Meine Heimatzeitung setzt dagegen auf Gewinnspiele und ein Rabatt-Kärtle, das mir zum Beispiel die Autowäsche verbilligt. Auch das ist eine Strategie.
Das vollständige Interview mit John Yemma lesen Sie HIER!